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Handysucht bei Kindern und Jugendlichen & Wie man sie überwindet

Die American Psychological Association (APA) erkennt problematischen Smartphone-Gebrauch als ernstzunehmendes Problem der psychischen Gesundheit an, da er messbare negative Auswirkungen auf Schulleistungen, Schlaf und Beziehungen haben kann. Handysucht ist weltweit zu einem Problem für Millionen von Kindern und Jugendlichen geworden. Laut AACAP verbringen US-amerikanische Teenager täglich mehr als sieben Stunden mit Unterhaltungsmedien und Bildschirmen . In diesem Ratgeber finden Sie praktische Tipps, um mehr über Handysucht zu erfahren, sie zu erkennen und ihr entgegenzuwirken sowie gesunde digitale Gewohnheiten zu entwickeln.

Was ist Handysucht?

Psychiater und Psychologen erkennen die Handysucht mittlerweile als ernstzunehmendes Problem an. Diese Störung ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt: problematische Smartphone-Nutzung, Handyabhängigkeit und Nomophobie, die Angst, ohne Handy zu sein.

Die Amerikanische Psychiatrische Vereinigung definiert Sucht als fortgesetzten Gebrauch trotz negativer Folgen. Smartphones erfüllen diese Definition perfekt. Nutzer verwenden ihre Handys oft exzessiv, ungeachtet negativer Konsequenzen wie Schlafstörungen, Beziehungsproblemen und Schwierigkeiten im Beruf oder in der Schule. Diese Symptome treten insbesondere bei der jüngeren Generation immer häufiger auf.

Dr. Jane Twenge weist darauf hin, dass immer mehr Teenager mit einem beispiellosen Ausmaß an Depressionen, Angstzuständen und Einsamkeit zu kämpfen haben. In ihrem Buch „iGen“ enthüllt sie die Ursache: übermäßiger Smartphone-Gebrauch. Ihre Forschung liefert die frühesten und umfassendsten Daten darüber, wie Technologie und soziale Medien die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Teenagern beeinflussen.

Warum machen Handys so süchtig?

  • Variable Belohnungssysteme bilden die Grundlage für süchtig machende Smartphone-Apps. Beim Blick aufs Handy weiß man nie, was einen erwartet: eine Nachricht, ein Like, ein Kommentar oder eine Markierung. Diese Unvorhersehbarkeit regt die Ausschüttung von Dopamin an – demselben Hormon, das auch bei Spielsüchtigen eine Rolle spielt. Das Gehirn lernt, nach diesem unvorhersehbaren Vergnügen zu gieren, was zu zwanghaftem Kontrollieren führt.
  • Sofortige Befriedigung: Soziale Bestätigung in Form von Likes, Kommentaren und Shares bewertung in kritischen Entwicklungsjahren, in denen die Akzeptanz durch Gleichaltrige von größter Bedeutung zu sein scheint, besonders empfänglich für soziales feedback
  • FOMO (Angst, etwas zu verpassen): Bei jungen Menschen kann die Angst, etwas zu verpassen, was ihre Freunde tun, dazu führen, dass sie zwanghaft ihr Handy kontrollieren.
  • Endloses Scrollen bietet nicht die natürlichen Stopppunkte traditioneller Medien. Apps sind darauf ausgelegt, solche Endpunkte zu vermeiden. Ständige benachrichtigungen erzeugen zwanghafte Kontrollmuster. Süchtig machende Handyspiele nutzen ähnliche Taktiken: tägliche Belohnungen, Serien und zeitliche Begrenzungen.

Was sind die Symptome einer Handysucht?

Um eine Handysucht zu erkennen, müssen schädliche Verhaltensmuster identifiziert werden, die das soziale und Offline-Verhalten von Jugendlichen beeinflussen. Der bedeutendste Unterschied besteht im Kontrollverlust trotz der negativen Folgen.

Zu den Symptomen im Zentrum gehört das ständige, tägliche Überprüfen des Handys. Betroffene leiden unter Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, wenn sie keinen Zugang zum Handy haben. Sie unterschätzen die tatsächliche Nutzungsdauer. Sie haben wiederholt versucht, die Nutzung zu reduzieren, jedoch ohne Erfolg. Die Handynutzung setzt sich fort, obwohl sie Schlaf, Schulleistungen, Beziehungen oder die körperliche Gesundheit beeinträchtigt.

Warnzeichen für übermäßigen Handygebrauch bei Ihren Kindern

Eltern sollten auf Verhaltensänderungen achten, die auf eine beginnende Handysucht bei Jugendlichen hindeuten. Eine frühzeitige Erkennung ermöglicht ein Eingreifen, bevor die Sucht zu tief geht.

  • Schlafstörungen gehören zu den ersten Warnzeichen. Morgendliche Benommenheit deutet auf nächtliche Bildschirmzeit hin. Die Tagesmüdigkeit wird dadurch deutlich sichtbar.
  • Der akademische Verfall äußert sich in sinkenden Noten, Unaufmerksamkeit und nachlassender Beteiligung am Unterricht. Sie erledigen ihre Aufgaben möglicherweise schnell, um sich wieder ihrem Handy zuzuwenden.
  • Der soziale Rückzug zeigt sich in der reduzierten Zeit, die Ihr Kind offline mit Freunden verbringt. Ohne sein/ihr Handy ist Ihr Kind schlecht gelaunt. Es bevorzugt virtuelle Interaktion gegenüber persönlichen Begegnungen.
  • den körperlichen Symptomen gehören Augenbelastung, Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen.
  • Verhaltensänderungen, wie beispielsweise verstärkte Heimlichkeit bei Telefonaten. Wenn das Kind nach seiner Bildschirmzeit , reagiert es abwehrend. Sobald man den Raum betritt, versteckt es sein Handy.

Die Auswirkungen der Handysucht auf den Alltag 

Handysucht hat negative Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche.

Psychische und physische Auswirkungen

Es bestehen enge Zusammenhänge zwischen Handysucht und psychischen Erkrankungen sowie Schlafstörungen. Bildschirmzeit am Abend hemmt die Melatoninproduktion und verzögert so das Einschlafen. Studien belegen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Jugendlichen, die viel Zeit mit ihren Smartphones verbringen, und einem Anstieg von Depressionen und Angstzuständen.

Aufmerksamkeit und Konzentration nehmen bei übermäßiger Handynutzung drastisch ab. Ständige benachrichtigungen lenken die kognitive Aufmerksamkeit ab. Die neuronalen Bahnen, die für anhaltende Konzentration notwendig sind, werden durch Nichtgebrauch geschwächt. 

Eine Dopamin-Dysregulation entsteht auf die gleiche Weise wie eine Substanzabhängigkeit, weil die kontinuierliche Zufuhr künstlicher Belohnungen dazu führt, dass das Gehirn den für Dopamin erforderlichen Grundwert zurücksetzt, sodass tatsächliche Aktivitäten in der realen Welt nicht mehr ausreichend stimulierend wirken.

Soziale und beziehungsbezogene Folgen

Handysucht ist ein direkter Angriff auf die echten menschlichen Beziehungen, die für eine gesunde Entwicklung unerlässlich sind. Persönliche Begegnungen erfordern ständige Aufmerksamkeit, Geduld und Ehrlichkeit – Eigenschaften, die durch Handys immer wieder gestört werden.

Das Smartphone dominiert zunehmend die soziale Interaktion. Wenn sich Freunde treffen oder Paare sich verabreden, sitzen sie nebeneinander und interagieren kaum miteinander. Gemeinsame Erlebnisse werden zu Gelegenheiten für die Erstellung von Inhalten anstatt zur Realität.

Die Beziehungen innerhalb der Familie werden besonders belastet, wenn Eltern und Kinder zwar nebeneinander sitzen, aber gedanklich nicht anwesend sind. Es fällt Familien schwer, ein offenes und ungestörtes Gespräch zu führen.

Wie wird man seine Handysucht los?

Genesung erfordert Engagement und bewertung . Selbstwahrnehmung und bewusste Entscheidungen sind die notwendigen Informationen, um diese Grundlage zu schaffen. Es gibt einige praktische hilfe .

  • Verfolgen Sie die tatsächliche Nutzung und begrenzen Sie sie mit integrierten Tools. Nutzen Sie die integrierten Analysefunktionen Ihres Smartphones oder spezielle Apps. iOS- und Android-Geräte verfügen über die Funktionen „Bildschirmzeit“ und „Digitales Wohlbefinden“ . Die meisten Nutzer unterschätzen ihre Bildschirmzeit deutlich.
  • Setzen Sie sich detail und erreichbare Ziele. Vermeiden Sie vage Ambitionen wie „Benutze dein Handy weniger“. Formulieren Sie stattdessen konkrete Ziele: „Kein Handy beim Essen“ oder „Handy ab 21 Uhr aus“.
  • Schaffen Sie handyfreie Zonen und Zeiten . Schlafzimmer sind jetzt handyfrei für besseren Schlaf. Das Familienessen findet ohne Geräte statt. Die Stunde vor dem Schlafengehen sollte komplett bildschirmfrei sein. Diese Regeln etablieren neue, normale Gewohnheiten.
  • Wechseln Sie zu Alternativen zur Handynutzung . Überlegen Sie, was Ihr Handy ersetzt: Langeweile vertreiben, Stress abbauen oder soziale Kontakte pflegen. Gegen Langeweile helfen Lesen, Sport oder Hobbys. Gegen Stress können Meditation, Bewegung oder Gespräche mit Freunden hilfreich sein.
  • Pflegen Sie Hobbys, die Sie offline ausüben können. Entwickeln Sie Fähigkeiten, die Ihre volle Aufmerksamkeit erfordern: Musik, Sport, Kunst oder Schreiben. Es ist ungemein befriedigend, etwas in der realen Welt zu meistern. Hobbys reduzieren die Bildschirmzeit.
  • Setzen Sie auf eine schrittweise Reduzierung. Ein abrupter Entzug ist nicht zielführend, da die Entzugserscheinungen im Gehirn auftreten. Verringern Sie die tägliche Nutzungsdauer wöchentlich um 15 bis 30 Minuten. So gelingt die Umstellung sanfter und ohne starke Entzugserscheinungen.

Wann sollte man professionelle hilfe in Anspruch nehmen?

Eine professionelle Intervention sollte erst dann in Betracht gezogen werden, wenn hilfe über mehrere Monate hinweg erfolglos geblieben sind.

Die Behandlung von Handysucht kann auf vielfältige Weise erfolgen. Die kognitive Verhaltenstherapie setzt an den Verhaltensmustern an, die die Situation verschlimmern, und vermittelt Bewältigungsstrategien. Die Familientherapie verbessert die Kommunikation grundlegend und hilft, gesündere Grenzen zu setzen.

Ein von einem Experten durchgeführter Test auf Handysucht liefert eine gute und aussagekräftige Diagnose. Der Bergen-Suchttest misst den Schweregrad der Sucht. Auch die Erkenntnisse aus dem Internetsuchttest zur Smartphone-Nutzung sind ein hilfreiches Instrument. Auf Basis dieser Diagnosen werden Behandlungsempfehlungen gegeben.

Leitfaden für Eltern: Umgang mit Handys in Familien

Als Elternteil ist es wichtig, aktiv die Handynutzung im Haushalt zu regeln. Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie Grenzen setzen, Anzeichen einer Sucht erkennen und einen ausgewogenen Umgang mit digitalen Medien fördern können.

  • Erstellen Sie Familienpläne für die Medien- und Telefonnutzung. Legen Sie klare Regeln fest, wann, wo und wie Handys genutzt werden. Berücksichtigen Sie dabei altersgerechte bildschirmzeitlimits . Dokumentieren Sie diese schriftlich. Überprüfen Sie die Pläne regelmäßig und passen Sie sie an, wenn die Kinder älter werden.
  • Beginnen Sie frühzeitig Gespräche darüber. Besprechen Sie den gesunden Umgang mit Handys, bevor Kinder welche bekommen. Erklären Sie, warum es Grenzen gibt. Fragen Sie sie nach ihrer Meinung zu angemessenen Grenzen.
  • Der Fokus liegt auf der Überwachung. Apps wie FlashGet Kids hilfe legen Nutzungsmuster offen. Transparenz ist dabei jedoch besser als verdeckte Kontrolle. Heimliche Überwachung zerstört das Vertrauen unwiederbringlich.
  • Der Besitz von Geräten sollte hinausgezögert werden. Die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde empfiehlt, Kindern unter 18 Monaten keine Bildschirme zu geben, zwischen zwei und fünf Jahren nur qualitativ hochwertige Inhalte in begrenztem Umfang zu nutzen und danach bewusste Entscheidungen zu treffen. Der Verzicht auf ein Smartphone bis zum 13. Lebensjahr verringert das Suchtrisiko erheblich.
  • Planen Sie handyfreie Familienzeit ein. Nehmen Sie täglich eine Mahlzeit gemeinsam ein, ohne dabei auf elektronische Geräte zurückzugreifen. An den Wochenendnachmittagen bleiben Bildschirme tabu, und auch im Urlaub verzichten wir auf Handys. Diese bewussten Regeln ermöglichen es uns, echte Verbundenheit zu erleben.
  • Gehen Sie auf die zugrundeliegenden Bedürfnisse ein. Kinder nutzen ihr Handy übermäßig, um Bedürfnisse zu befriedigen. Versuchen Sie dennoch zu verstehen, was Ihr Kind antreibt. Ist es einsam? Ängstlich? Langweilt es sich? Behandeln Sie nicht nur die Symptome, sondern die Ursache des Problems.

Im Grunde genommen muss man Kindern hilfe , Überzeugungstaktiken und die Vergleichskultur zu verstehen. Das Verständnis dafür, wie Apps das Verhalten manipulieren, stärkt die Widerstandsfähigkeit gegen Handysucht.

Schlussworte

Handysucht ist eines der zentralen Probleme moderner Eltern. Sie ist kein moralisches Versagen und keineswegs eine unvorhersehbare Reaktion auf bewusst süchtig machende Geräte. Dieses Verständnis hilfe , den Fokus vom Charakter auf den Kontext zu verlagern und so einfühlsam einzugreifen.

Die einzige Möglichkeit, einer Handysucht vorzubeugen, besteht darin, die Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. Auch die psychischen Folgen und die Belastung für die Beziehung sollten nicht außer Acht gelassen werden. Mit kontinuierlicher Anstrengung und Unterstützung ist eine Genesung jedoch durchaus möglich.

Zoe Carter
Zoe Carter, Chefautorin bei FlashGet Kids.
Zoe berichtet über Technologie und moderne Erziehung und konzentriert sich dabei auf die Auswirkungen und Anwendung digitaler Werkzeuge für Familien. Sie hat umfassend über online Sicherheit, digitale Trends und Erziehung publiziert, unter anderem für FlashGet Kids. Dank ihrer langjährigen Erfahrung gibt Zoe Eltern praktische Einblicke, um ihnen hilfe , in der heutigen digitalen Welt fundierte Entscheidungen zu treffen.

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